Das Internet feiert 20sten Geburtstag

17. März 2009 von Andreas Haubold

Berners-Lee Hypertext-Konzept

Im März 1989 legt Tim Berners-Lee den Grundstein für das heutige Internet. Am Genfer Forschungsinstitut CERN reicht er den Projektantrag für das World Wide Web (www) bei seinem Vorgesetzten Mike Sendall ein. Mit der Entwicklung von Hypertext will Berners-Lee die Zusammenarbeit mit seinen Kollegen vereinfachen.

Das Konzept sieht die Verbindung von mehreren Seiten vor, wodurch netzartigen Strukturen entstehen. Diese können komplexe Sachverhalte besser beschreiben als eine lineare Schreibweise, da Wiederholungen vermieden werden. Das World Wide Web basiert prinzipiell auf zwei Komponenten: dem Übertragungsprotokoll HTTP (Hypertext Transfer Protocoll) und der Anzeigesprache HTML (Hypertext Markup Language). Die Webseite liegt auf dem Speicherplatz eines Servers irgendwo in der Welt. Wenn ein Benutzer eine Adresse in seinen Browser eingibt, wird die Webseite vom Server per HTTP an seinen Computer übertragen. Der Rechner interpretiert dann den HTML-Quelltext und macht ihn für den Benutzer lesbar.

Die Technik musste zunächst einige Jahre reifen bis sich die ersten Internetfirmen gründeten. Im Juli 1995 ging der Buchhändler Amazon.com online. Im September des gleichen Jahres folgte das Auktionshaus eBay. Die Firma Yahoo, die im März 1995 gegründet wurde, teilte die Internetseiten zunächst in Kategorien ein. Im September 1998 gründeten Larry Page und Sergei Brin die Suchmaschine Google mit dem Ziel “[...] die Informationen der Welt zu organisieren und allgemein nutzbar und zugänglich zu machen.” [www.google.de]

Das Modewort “Web 2.0″ prägten die Amerikaner Dale Dougherty und Craig Cline im Jahr 2005. Darunter sind prinzipielle Entwicklung im Internet zu verstehen wie Weblogs, soziale Netzwerke oder Browser-Anwendungen, die sich wie Desktop-Programme verhalten. Sie sind also ein Schritt hin zu dem Gedanken, der hinter dem Web steht, nämlich die Zusammenarbeit zwischen den Menschen mit offenen Standards zu ermöglichen. Niemand soll das Netz allein für sich beanspruchen können. “Anders als Steve Jobs und Bill Gates [...] versuchte Berners-Lee nicht, seine Idee zu kommerzialisieren. Vielmehr war ihm sehr daran gelegen, plattformübergreifende Standards zu sichern.” schreibt heise-online.

Immer mehr Menschen nutzen das Web und immer mehr entwickeln auch daran. Unter dem Stichwort Open Source stellen Entwickler den Menschen freie Software, ja sogar ganze Betriebssysteme wie Ubuntu, zur Verfügung. Diese Programme stehen der kommerziellen Konkurrenz meist in nichts nach. Solche Software-Applikationen sind zum Beispiel Apache-Webserver, MySQL-Datenbank oder die Blog-Software WordPress.

Stellt sich die Frage, wohin entwickelt sich die Technologie und wie verändern sich die Inhalte? Die Antwort: Tim Berners-Lee hat bereits ein neues Konzept vor Augen. Er sieht die Zukunft im semantischen Web, bei dem Computer die Bedeutung von Informationen erkennen und interpretieren. Der Nutzen liegt darin, dass Wissen aus unterschiedlichsten Fachgebieten automatisch in Beziehung gesetzt und vernetzt werden kann.

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